Lösungstango

Eine charmante Idee, Führungskräften zum Tangotanzen einzuladen!  Das weckt Erinnerungen an die  Tanzschule, wo das Spiel von „Führen und Folgen“ paarweise gelernt und trainiert wird. Hier geht´s darum, Führung als Übung zu verstehen, Ziele durch andere Menschen zu erreichen.

Der Warnhinweis auf der Umschlagseite des Buches „Achtung! Dieses Buch könnte sich als schädlich für Ihre problemorientierte Expertise erweisen.“  verweist  schon darauf, worum es geht: den lösungsorientierten Ansatz aus der Psychotherapie in den Kontext von Management und Führung zu übertragen.Eine  wertschätzende und auf Respekt und Ressourcen ausgerichteten Haltung ist dabei sicher eine Kernbotschaft.  Anhand von Praxisbeispielen aus unterschiedlichen Branchen  werden  jedoch auch eine Vielzahl von Methoden präzise und gut anwendbar beschrieben.  Der Lösungstango schließlich wird als ein Tanz von sieben Schritten eingeführt: warm werden (positive Arbeitsbeziehungen aufbauen), Kontext betrachten, nützliche Ziele setzen, Ressourcen entdecken, Wertschätzung schenken, Unterschiede durch Skalierung einführen,  Orientierung auf die Zukunft geben.
Das ist nicht neu – aber gut lesbar auf den Punkt gebracht. Es regt auch erfahrene Führungskräfte an, Führen und Folgen für sich selbst und miteinander  neue Lösungen zu entdecken.
Louis Cauffman, Kirsten Dierolf: Lösungstango. 7 verführerische Schritte zum erfolgreichen Management, Carl Auer Verlag

Verstehen ist nur der erste Schritt

Wer mit Kunden oder Kollegen aus anderen Ländern zusammenarbeitet, merkt sehr schnell: Das läuft anders als hier! Im Urlaub mögen kulturelle Unterschiede mit Neugier und Interesse gesehen werden. Wenn eine Entscheidung  nicht wie erwartet getroffen wird oder Ergebnisse nicht zum vereinbarten Zeitpunkt geliefert werden, schlägt die anfängliche Euphorie allerdings  schnell in Irritation und Frustration um.

Interkulturelle Trainings  tragen dazu bei, Verständnis für den kulturellen Hintergrund von Arbeits- und Führungsverhalten zu schaffen. Sich über fremde Normen und Werte klarzuwerden, ist jedoch nur der erste Schritt. Wer mit anderen konstruktiv und effektiv zusammenzuarbeiten möchte,  muss lernen,  sein Verhalten zu erklären und andere Herangehensweisen zu akzeptieren.  Wo man sich dann auf ein gemeinsames Vorgehen einigt  oder sich anpasst, ist eine Frage, die am besten mit Blick auf gemeinsame Ziele, einer realistischen Einschätzung der Rahmenbedingungen und Ressourcen und nicht zuletzt gegenseitigem Respekt zu beantworten ist.

Führungskräfte sollten Ihre Mitarbeiter dabei unterstützen,  zu analysieren welche Fähigkeiten noch entwickelt  und welche Haltungen erlernt werden müssen.  Natürlich braucht  Lernen Impulse und Informationen, wie sie in Seminaren, Fachbüchern oder websites angeboten werden. Entscheidend ist aber, im konkreten Arbeitsumfeld  auszuprobieren und zu üben – ohne Anspruch auf Perfektion.

Sich in einer fremden Sprache zu verständigen, ist dafür ein gutes Beispiel: es kommt nicht darauf an, die fehlerfrei zu formulieren oder als native speaker zu glänzen. Wichtiger ist, die eigenen Fragen ausdrücken und Antworten verstehen zu können. Missverständnisse sind in der interkulturellen Zusammenarbeit  ohnehin nicht  immer zu vermeiden – aber jedes Mal  eine Einladung, dazuzulernen