Arbeit 4.0 – was ist den Menschen wichtig?

Globalisierung, Digitalisierung und nicht zuletzt demografischer Wandel treiben die Veränderung unserer Arbeitswelt. Arbeit 4.0 ist ein Trendthema und auf Kongressen, in Fachzeitschriften und blogs finden sich mehr oder weniger substantielle Analysen und Prognosen, wie die Arbeit  der Zukunft aussehen wird oder soll.

Den Wandel der Arbeitswelt auch im Sinne der Menschen zu gestalten, setzt voraus, deren Wünsche und Ansprüche zu kennen  – dies gilt für Unternehmen, Sozialpartner und die Politik. Da lohnt es sich nachzufragen und genau das hat die von nextpractice durchgeführte Studie „Wertewelten Arbeit 4.0. getan. Mithilfe eines intuitiven Verfahrens, das quantitative und qualitative Aspekte kombiniert, gelingt es die Antworten aus mehr als 1200 Interviews zu verdichten.  Aus der  Einschätzung der heutigen und zukünftig erwarteten Arbeitswelt werden sieben unterschiedliche Wertewelten der Arbeit beschrieben.

Die Ergebnisse liefern eine sehr detaillierte Beschreibung, was Beschäftigte beispielsweise von Flexibilisierung und Digitalisierung der Arbeit erwarten und welchen Stellenwert sie Bildung und Qualifizierung, sozialer  Sicherung, oder Partizipation  zuordnen.  Nicht überraschend aber bemerkenswert klar wird, wie unterschiedlich die Chancen der Veränderungen gesehen werden und wie differenziert die Bedürfnisse der Menschen mit Blick auf Arbeitswelt und sonstige Lebensbereiche sind.  Die vielleicht wichtigste Empfehlung der Studie ist daher wohl, diese unterschiedlichen Erwartungen bei der Gestaltung der Rahmenbedingungen von Arbeit zu berücksichtigen und zum Wohl der Gesamtgesellschaft zu nutzen.

Studie „Wertewelten Arbeiten 4.0“

http://www.arbeitenviernull.de/mitmachen/wertewelten/studie-wertewelten.html

Und wer jetzt neugierig geworden ist, kann schnell anhand weniger Fragen herausfinden, welcher der 7 identifizierten Wertewelten er angehört: http://www.arbeitenviernull.de/mitmachen/wertewelten.html

Raus aus der Opferrolle!

Sie kennen das: der Kunde akzeptiert das Angebot nicht, Ihr Chef lehnt die Beförderung ab, der Kollege verabschiedet sich ins Wochenende obwohl die Projektplanung noch lange noch nicht abgeschlossen ist …. ärgerlich! Und schnell ist man dabei, auf den anderen zu schimpfen, ihm  fehlende Kompetenz vorzuwerfen oder negative Absichten zu unterstellen.

Der Vorteil dabei:  wir müssen uns nicht damit beschäftigen, was wir vielleicht  beigetragen haben, sondern können uns selbst weiterhin als kompetent und engagiert sehen. Zudem zieht Empörung und Jammern manche Menschen an, im besten Fall einen Retter, in jedem Fall andere Opfer und schon erhält das gekränkte  Selbst Bestätigung und man fühlt sich deutlich besser!

Der Nachteil ist: Wir legen unser Leben in die Hände von anderen und machen uns abhängig von den Entscheidungen und Handlungen anderer.  Natürlich können wir uns auch darüber beschweren… siehe oben.

Der Ausweg heißt: „Die Entscheidung liegt bei Dir“  wie Reinhard K. Sprenger formuliert. Statt auf andere zu zeigen, ist es meist wirkungsvoller selbst Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen.  Was genau stört mich, was kann ich an dieser Situation verändern, was kann ich anders machen, was sind meine Alternativen? Meist haben wir mehr Handlungsspielraum, als auf den ersten Blick ersichtlich ist. Es stärkt in jedenfalls das eigene Selbstbewußtsein und erhöht die Chance, die Situation für mich selbst passend zu gestalten.

Wenn sich das jetzt „leicht gesagt“ anhört, hier eine kleine Übung zum ausprobieren:
Denken Sie an eine Situation  in der Sie  das Gefühl haben, Sie können gar nicht anders reagieren. Stellen Sie sich nun vor, wie z.B. Ihr Kollege,  Ihr Chef oder ein Sportler reagieren würden. Setzen Sie sich auf seinen Stuhl und betrachten Sie eine konkrete Szene mit seinen Augen – was würde er sagen und tun? Probieren Sie einfach verschiedene „Besetzungen Ihrer Rolle“ aus, als wären Sie Regisseur und sollten die Szene möglichst erfolgreich inszenieren. Vermutlich ist es ganz spannend, verschiedene  Personen dabei zu beobachten, wie sie mit der Situation umgehen würden.  Ein paar gute  Anregungen sind sicherlich dabei. Und ja: die Welt kann man damit nicht ändern. Aber sich selbst und damit seine Welt schon!

Leidenschaftlich oder mit kühlem Kopf

Ob der Kollege leidenschaftlich für eine Entscheidung plädiert oder mit kühlem Kopf argumentiert, hängt nicht nur davon ab, wie er persönlich tickt. Auch unsere kulturelle Prägung entscheidet, welches Verhalten in Verhandlungen und Meetings angemessen erscheint. Spannend wird es, wenn emotional geführte Diskussionen mit einer kritischen Auseinandersetzung verwechselt und oder gar negativ bewertet werden. Emotionalität im Ausdruck und Konfrontation bzw. Konfliktvermeidung sind interkulturell betrachtet nämlich zwei unabhängige Dimensionen. Für erfolgreiche Verhandlungen ist es gut zu wissen, was der Gesprächspartner für angemessen hält und wie Vertrauen aufgebaut werden kann.

“Getting to Si, Ja, Oui, Hai, and Da” gibt einen lebendigen und hilfreichen Überblick über typische kulturelle Muster – interessant für alle, die mit Kollegen auf internationaler Ebene arbeiten.

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