„Eigentlich bin ich ganz anders, ich komm nur so selten dazu“

An die guten Vorsätze von Neujahr erinnern wir uns zwar noch ….  aber wirklich verändert haben die meisten ein paar Tage später nur wenig. Statt sich nun über sich selbst zu ärgern und sich Unfähigkeit oder mangelnde Disziplin vorzuwerfen: hier ein Vorschlag, wirklich etwas zu ändern!

Aufzuhören, alles selbst machen zu wollen oder anzufangen aufmerksam zuzuhören – unser Verhalten zu ändern, heißt immer auch alte Gewohnheiten durch neue zu ersetzen. „Gewohnheiten sind gespeicherte Lösungen“ formuliert  Steve Pavlina und weist damit auf einen wichtigen Aspekte hin: Was wir ändern wollen, war bisher eine durchaus brauchbare Lösung! Diese zu verwerfen und ab jetzt etwas anders zu machen, fällt uns oft schwer.

„Immunity to change“ nennen Robert Kegan und Lisa Laskow Lathey das. Und behaupten: was Veränderungen blockiert, ist nicht unbedingt Unfähigkeit oder die Angst vor Veränderung. Gut gelernte Verhaltens-muster zu ändern ist schwierig, weil zu jedem unserer guten Vorsätze meist eben auch widersprechende Commitments existieren. Neben dem guten Vorsatz verfolgen wir unbewußt auch ganz andere Ziele. Das gilt selbst dann, wenn wir unser bisheriges Verhalten jetzt als unangemessen und  nicht zielführend einschätzen.

Diese Erkenntnis darf man nutzen um Verhalten wirklich zu ändern! Kegan und Laskow Lathey haben mit ihrer Immunity-to-Change Map eine wirksame Übung dazu entwickelt. 4 Schritte schlagen sie vor:

  1. Das Ziel der Veränderung beschreiben und als Commitment formulieren: Was genau will ich verbessern und was nehme ich mir vor zu tun?
  2. Aufmerksam nachfragen: was tue ich denn tatsächlich – oder auch nicht – sobald ich beginne, meinen guten Vorsatz umzusetzen. Sind das Verhaltensweisen, die mich meinem Ziel näher bringen? Fange ich beispielsweise an, Kollegen um Unterstützung zu bitten oder Mitarbeiter zu ermuntern,  ein Problem selbst zu lösen? Oder erledige ich „das eben schnell“ selbst? Oft wird klar: was ich wirklich tue, bringt mich meinem Ziel nicht näher, ich mache etwas anderes stattdessen.
  3. Der dritte Schritt ist entscheidend: Erforschen, welche Sorgen und Verpflichtungen mir noch wichtiger sind als mein Veränderungsziel! Diese konkurrierenden Commitents  stecken hinter dem „Verhalten anstelle von … “ und sind manchmal nicht leicht zu entdecken.
    Es kann hilfreich sein, sich möglichst lebhaft das zielführende Verhalten vorzustellen und zu spüren welche Ängste dabei auftauchen. Diese Gefühle bringen uns auf die Spur, was für uns noch wichtiger als das Veränderungsziel ist.
  4. Darauf aufbauend wird ein neues Commitment formuliert: Wenn ich mir vornehme, daß .… (1) und nun auch weiß, was mir dabei sonst noch wichtig ist …. (3) – Was ist dann ein sinnvolles Commitment? Genau das kann und werde ich also tun, um mein Ziel zu erreichen!

 

Das neue Commitment berücksichtigt den guten Vorsatz und was mir noch wichtig ist – das macht es leichter, Verhalten wirklich zu ändern. Und zu werden, wer man ist …

 

Quelle: Robert Kegan und Lisa Laskow Lahey: Immunity to change. HBR Press, 2009

Zitat Ödön von Horvath