Warum Kulturunterschiede irritieren

Kulturelle Erfahrungen prägen uns und wie wir die Welt sehen: wir wissen, wie wir uns verhalten sollten, was wahr und unwahr, richtig und falsch, schön und hässlich ist. Das bedeutet auch: konkrete Verhaltensweisen werden in unterschiedlichen Kulturen anders erklärt, wahrgenommen und bewertet.  Wir ordnen „automatisch“ dem was wir erleben „unsere vertraute“ Sinnhaftigkeit zu. Das ist meist ein hoch emotionaler Vorgang und fest verankert in unserem Selbstverständnis.

Begegnungen mit anderen Kulturen können uns da irritieren – ob wir das interessant, exotisch oder anstrengend finden, hängt vom Kontext und den Konsequenzen ab. Wer auf den Bus zum Strand wartet, nimmt das meist gelassener als eine gerissene Deadline für ein wichtiges Projekt!

Kulturunterschiede wahrzunehmen und die eigene Irritation konstruktiv zu nutzen ist eine Kompetenz, die wir jedoch wirksam nutzen können  – in unterschiedlichen Unternehmenskulturen wie in der globalen Zusammenarbeit. Dazu braucht es zum einen  kognitives Wissen über Kulturdimensionen  – „Gebrauchsanweisungen“.

Für einen gelassenen Umgang mit anderen Kulturen wichtiger ist die Fähigkeit, sich kulturelle Muster und die zugrundeliegenden emotionalen Bewertungen bewusst zu machen.

Beispielsweise können Diskussionen in einem deutsch-italienischen Team nach folgendem Muster verlaufen interpretiert werden:

Probieren Sie es doch einmal aus:

Wählen Sie ein konkretes Erlebnis aus einer Begegnung mit anderen Kulturen aus und überlegen Sie:

  1. Was genau habe ich gehört, gesehen ….?
  2. Warum sagt/ tut der andere das? Welches Gefühl löst das aus? Was irritiert mich dabei?
  3. Was genau erwarte ich in dieser Situation? Was ist mir wichtig dabei?  Worum geht´s mir?

    Die folgenden Fragen lassen sich leichter mit einem Gesprächspartner beantworten – wenn er aus einem anderen Kulturkreis stammt, umso besser:

  4. Welche seltsamen guten Gründe gibt es möglicherweise für das Verhalten des anderen?
    Worum geht´s dem anderen eigentlich, was ist wichtig für ihn?
  5. Um welche kulturellen Werte geht es dabei eigentlich?
  6. Welche positiven Verhaltensweisen verknüpfen wir mit beiden Werten?

Irritiert? Das ist ein guter Anfang um Kulturunterschiede gelassener zu erleben!

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