Emotionale Intelligenz zahlt sich aus

Emotional intelligente Menschen besitzen die Fähigkeit, Emotionen anderer Menschen und sich selbst wahrzunehmen, auszudrücken, zu verstehen und vor allem – damit klug und sinnvoll umzugehen.

Das ist auch für Führungkräfte wichtig und wertvoll! Gerade in unsicheren und schwierigen Zeiten ist es entscheidend, die Mitarbeiter nicht nur fachlich zu überzeugen, sondern auch emotional mitzunehmen.

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Gute Nachrichten für erfahrene Mitarbeiter

Der demographische Wandel kommt  in den Unternehmen an.  Ansatt Defizite zu beklagen, wird die Berufserfahrung älterer Mitarbeiter zunehmend wertgeschätzt und überlegt, unter welchen Rahmenbedingungen gut genutzt werden kann. Was es braucht, ist ein Besusstseinswandel in HR Abteilungen und bei Führungskräften.

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Authentisch sein! Und was heißt das?

Im Coaching höre ich immer wieder:  „das wäre sicher eine gute Lösung …, aber nicht mir, ich will mich auf keinen Fall verbiegen!“.

Ohne Frage ist es ratsam und zudem stabilisierend für das eigene Selbstbewußtsein,  zu sich selbst und dem, was einem wichtig ist, zu stehen. Das gilt selbstverständlich auch und gerade für Führungskräfte!  Führung, Orientierung geben, Entscheidungen treffen,  andere motivieren und überzeugen verlangt persönlichen  Einsatz und wirkt  auf der zwischenmenschlichen Ebene.  Nicht zuletzt entsteht Vertrauen, wenn jemand meint, was er sagt.

Die weit verbreitete aber etwas naive Idee, man sei authentisch, wenn man sich so gibt wie man ist, greift jedoch zu kurz. Was heißt denn „ wie man ist“?

Die meisten Menschen verfügen über ein breites Repertoire an Verhaltensweisen. Mit Freunden am Wochenende Pläne zu schmieden, ist etwas anderes, als mit Kollegen oder dem Chef über eine große Investition zu diskutieren. Beim Sport wird anders über Leistung und Fehler gesprochen als im Projektmeeting mit einem Kunden.

Was wir tun und sagen, hängt also nicht nur von unseren persönlichen Fähigkeiten und Zielen, sondern entscheidend eben auch von der Situation ab in der wir uns befinden.  Es macht einen Unterschied, ob jemand privat oder beruflich unterwegs ist – einfach weil es unterschiedliche  Rollen gibt. Und es ist durchaus klug, sein Verhalten den rollenspezifischen Erwartungen anzupassen. Wir alle agieren ohne darüber nachzudenken mehr oder weniger „situationsangemessen“.

Was es braucht, ist daher beides: die Situation aufmerksam wahrzunehmen und die eigene Persönlichkeit sicht- und spübar werden zu lassen.

Da ist Reflektion gut: sich selbst und die eigenen Werte zu kennen und zu hinterfragen. Lernen, die eigenen Verhaltensmuster zu verstehen und die Bandbreite der eigenen Möglichkeiten auszuschöpfen.

Wer erfolgreich sein will, darf und sollte also persönlich auftreten und authentisch handeln. Und er tut gut daran sich eine Bühne zu wählen, auf der seine besonderen Stärken gefragt sind und sich wirksam zu inszenieren.

So gelingt die Balance aus authentisch + situationsadäquat.
Coaching bietet für diese Selbstentwicklung einen geeigneten Raum.

Warum Kulturunterschiede irritieren

Kulturelle Erfahrungen prägen uns und wie wir die Welt sehen: wir wissen, wie wir uns verhalten sollten, was wahr und unwahr, richtig und falsch, schön und hässlich ist. Das bedeutet auch: konkrete Verhaltensweisen werden in unterschiedlichen Kulturen anders erklärt, wahrgenommen und bewertet.  Wir ordnen „automatisch“ dem was wir erleben „unsere vertraute“ Sinnhaftigkeit zu. Das ist meist ein hoch emotionaler Vorgang und fest verankert in unserem Selbstverständnis.

Begegnungen mit anderen Kulturen können uns da irritieren – ob wir das interessant, exotisch oder anstrengend finden, hängt vom Kontext und den Konsequenzen ab. Wer auf den Bus zum Strand wartet, nimmt das meist gelassener als eine gerissene Deadline für ein wichtiges Projekt!

Kulturunterschiede wahrzunehmen und die eigene Irritation konstruktiv zu nutzen ist eine Kompetenz, die wir jedoch wirksam nutzen können  – in unterschiedlichen Unternehmenskulturen wie in der globalen Zusammenarbeit. Dazu braucht es zum einen  kognitives Wissen über Kulturdimensionen  – „Gebrauchsanweisungen“.

Für einen gelassenen Umgang mit anderen Kulturen wichtiger ist die Fähigkeit, sich kulturelle Muster und die zugrundeliegenden emotionalen Bewertungen bewusst zu machen.

Beispielsweise können Diskussionen in einem deutsch-italienischen Team nach folgendem Muster verlaufen interpretiert werden:

Probieren Sie es doch einmal aus:

Wählen Sie ein konkretes Erlebnis aus einer Begegnung mit anderen Kulturen aus und überlegen Sie:

  1. Was genau habe ich gehört, gesehen ….?
  2. Warum sagt/ tut der andere das? Welches Gefühl löst das aus? Was irritiert mich dabei?
  3. Was genau erwarte ich in dieser Situation? Was ist mir wichtig dabei?  Worum geht´s mir?

    Die folgenden Fragen lassen sich leichter mit einem Gesprächspartner beantworten – wenn er aus einem anderen Kulturkreis stammt, umso besser:

  4. Welche seltsamen guten Gründe gibt es möglicherweise für das Verhalten des anderen?
    Worum geht´s dem anderen eigentlich, was ist wichtig für ihn?
  5. Um welche kulturellen Werte geht es dabei eigentlich?
  6. Welche positiven Verhaltensweisen verknüpfen wir mit beiden Werten?

Irritiert? Das ist ein guter Anfang um Kulturunterschiede gelassener zu erleben!

Notausgang

 

„Türe alarmgesichert. Nur im Notfall benutzen“  Komisch eigentlich, warum sollen wir einen Ausgang denn nur im Notfall benutzen? Auch im Normalfall ist es doch gut, immer noch einen Ausweg zu kennen. Und im Notfall ist es erst recht wichtig, den Notausgang  zu kennen. Panik und Schaden wären viel geringer, wenn alle wüssten, welche Richtung man nehmen muss. Und sich trauen, die alarmgesicherte Türklinke ohne zu Zögern zu drücken.

„Eigentlich bin ich ganz anders, ich komm nur so selten dazu“

An die guten Vorsätze von Neujahr erinnern wir uns zwar noch ….  aber wirklich verändert haben die meisten ein paar Tage später nur wenig. Statt sich nun über sich selbst zu ärgern und sich Unfähigkeit oder mangelnde Disziplin vorzuwerfen: hier ein Vorschlag, wirklich etwas zu ändern!

Aufzuhören, alles selbst machen zu wollen oder anzufangen aufmerksam zuzuhören – unser Verhalten zu ändern, heißt immer auch alte Gewohnheiten durch neue zu ersetzen. „Gewohnheiten sind gespeicherte Lösungen“ formuliert  Steve Pavlina und weist damit auf einen wichtigen Aspekte hin: Was wir ändern wollen, war bisher eine durchaus brauchbare Lösung! Diese zu verwerfen und ab jetzt etwas anders zu machen, fällt uns oft schwer.

„Immunity to change“ nennen Robert Kegan und Lisa Laskow Lathey das. Und behaupten: was Veränderungen blockiert, ist nicht unbedingt Unfähigkeit oder die Angst vor Veränderung. Gut gelernte Verhaltens-muster zu ändern ist schwierig, weil zu jedem unserer guten Vorsätze meist eben auch widersprechende Commitments existieren. Neben dem guten Vorsatz verfolgen wir unbewußt auch ganz andere Ziele. Das gilt selbst dann, wenn wir unser bisheriges Verhalten jetzt als unangemessen und  nicht zielführend einschätzen.

Diese Erkenntnis darf man nutzen um Verhalten wirklich zu ändern! Kegan und Laskow Lathey haben mit ihrer Immunity-to-Change Map eine wirksame Übung dazu entwickelt. 4 Schritte schlagen sie vor:

  1. Das Ziel der Veränderung beschreiben und als Commitment formulieren: Was genau will ich verbessern und was nehme ich mir vor zu tun?
  2. Aufmerksam nachfragen: was tue ich denn tatsächlich – oder auch nicht – sobald ich beginne, meinen guten Vorsatz umzusetzen. Sind das Verhaltensweisen, die mich meinem Ziel näher bringen? Fange ich beispielsweise an, Kollegen um Unterstützung zu bitten oder Mitarbeiter zu ermuntern,  ein Problem selbst zu lösen? Oder erledige ich „das eben schnell“ selbst? Oft wird klar: was ich wirklich tue, bringt mich meinem Ziel nicht näher, ich mache etwas anderes stattdessen.
  3. Der dritte Schritt ist entscheidend: Erforschen, welche Sorgen und Verpflichtungen mir noch wichtiger sind als mein Veränderungsziel! Diese konkurrierenden Commitents  stecken hinter dem „Verhalten anstelle von … “ und sind manchmal nicht leicht zu entdecken.
    Es kann hilfreich sein, sich möglichst lebhaft das zielführende Verhalten vorzustellen und zu spüren welche Ängste dabei auftauchen. Diese Gefühle bringen uns auf die Spur, was für uns noch wichtiger als das Veränderungsziel ist.
  4. Darauf aufbauend wird ein neues Commitment formuliert: Wenn ich mir vornehme, daß .… (1) und nun auch weiß, was mir dabei sonst noch wichtig ist …. (3) – Was ist dann ein sinnvolles Commitment? Genau das kann und werde ich also tun, um mein Ziel zu erreichen!

 

Das neue Commitment berücksichtigt den guten Vorsatz und was mir noch wichtig ist – das macht es leichter, Verhalten wirklich zu ändern. Und zu werden, wer man ist …

 

Quelle: Robert Kegan und Lisa Laskow Lahey: Immunity to change. HBR Press, 2009

Zitat Ödön von Horvath

Innehalten und neu ausrichten

Zum Ende eines Jahres nutzen viele Menschen die Tage, um innezuhalten und Bilanz zu ziehen. Nicht nur als  Zuschauer die offiziellen und medialen Jahresrückblicke zu verfolgen, sondern selbstbewußt auch die eigenen Erlebnisse und Erfahrungen anzusehen:
Was habe ich im Lauf dieses Jahres erlebt und was waren die 5 Highlights? Welche Begegnungen mit anderen Menschen möchte ich nicht missen? Was waren meine wichtigsten Erkenntnisse in diesem Jahr?

Wer mag, kann für die wichtigsten Lebensbereiche aufzeichnen:
was ist gut gelaufen in diesem Jahr, was habe ich erreicht,
worauf darf ich stolz sein (+)
was ist (noch) nicht geschafft, wo habe ich Chancen verpasst (-)

Und als nächsten Schritt lohnt es, Antworten  zu finden auf die Fragen:
Wo stehe ich? Bin ich wirklich zufrieden? Habe ich die Prioritäten richtig gesetzt? Das verfolgt, was mir wirklich wichtig und wertvoll ist?
Wo will ich hin und welche Weichen möchte ich dafür im nächsten Jahr stellen? Auf welche Ressourcen kann ich dabei zurückgreifen und wo kann ich die notwendige Kraft schöpfen?

Gerade in unsicheren Zeiten und auch wenn wir niemals wissen, ob sich all unser Engagement in der Zukunft als lohnend erweisen wird, ist es umso wichtiger, sich an den eigenen Werten und Zielen auszurichten!

Achtsam sein

Das Konzept der Achtsamkeit, entwickelt von Jon Kabat-Zinn, hat sich im therapeutischen Bereich längst als wirksam erwiesen. Längst kommt kein Seminar zum Thema Stressmanagement noch ohne Übungen zur Achtsamkeit aus. Und Studien zeigen, daß Konzentration, Kreativität und die Problemlösungsfähigkeit  durch regelmäßige Meditation verbessert werden.

Wenn ich im Coaching über Achtsamkeit spreche oder im Workshop zu einer kleinen Übung einlade, sehe ich meist skeptische Gesichter. Ist das nicht zu esoterisch und irgendwie ganz weit weg davon, Probleme im Job in den Griff zu bekommen? Mit diesen anfänglichen Bedenken befinden sich meine Kunden in guter Gesellschaft, meint der Harvard Business Manager nach einer Umfrage unter knapp 700 Führungskräften. Das Interesse ist jedoch trotzdem groß und in vielen Unternehmen werden inzwischen erste – und gute Erfahrungen damit gesammelt.  lesen

Einfach ausprobieren empfehle ich, für den Einstieg eignen sich kleine Übungen, die nur wenig Zeit und Aufwand beanspruchen und sich leicht in den (Arbeits-)Alltag integrieren lassen. Eine gute Einführung und erste Anleitungen finden sich auf mind.org  oder wer mag, lädt sich eine App dafür aufs smartphone wie beispielsweise 7mind.de oder headspace.com.

Ich bin gespannt auf Ihre Erfahrungen!