Verstehen ist nur der erste Schritt

Wer mit Kunden oder Kollegen aus anderen Ländern zusammenarbeitet, merkt sehr schnell: Das läuft anders als hier! Im Urlaub mögen kulturelle Unterschiede mit Neugier und Interesse gesehen werden. Wenn eine Entscheidung  nicht wie erwartet getroffen wird oder Ergebnisse nicht zum vereinbarten Zeitpunkt geliefert werden, schlägt die anfängliche Euphorie allerdings  schnell in Irritation und Frustration um.

Interkulturelle Trainings  tragen dazu bei, Verständnis für den kulturellen Hintergrund von Arbeits- und Führungsverhalten zu schaffen. Sich über fremde Normen und Werte klarzuwerden, ist jedoch nur der erste Schritt. Wer mit anderen konstruktiv und effektiv zusammenzuarbeiten möchte,  muss lernen,  sein Verhalten zu erklären und andere Herangehensweisen zu akzeptieren.  Wo man sich dann auf ein gemeinsames Vorgehen einigt  oder sich anpasst, ist eine Frage, die am besten mit Blick auf gemeinsame Ziele, einer realistischen Einschätzung der Rahmenbedingungen und Ressourcen und nicht zuletzt gegenseitigem Respekt zu beantworten ist.

Führungskräfte sollten Ihre Mitarbeiter dabei unterstützen,  zu analysieren welche Fähigkeiten noch entwickelt  und welche Haltungen erlernt werden müssen.  Natürlich braucht  Lernen Impulse und Informationen, wie sie in Seminaren, Fachbüchern oder websites angeboten werden. Entscheidend ist aber, im konkreten Arbeitsumfeld  auszuprobieren und zu üben – ohne Anspruch auf Perfektion.

Sich in einer fremden Sprache zu verständigen, ist dafür ein gutes Beispiel: es kommt nicht darauf an, die fehlerfrei zu formulieren oder als native speaker zu glänzen. Wichtiger ist, die eigenen Fragen ausdrücken und Antworten verstehen zu können. Missverständnisse sind in der interkulturellen Zusammenarbeit  ohnehin nicht  immer zu vermeiden – aber jedes Mal  eine Einladung, dazuzulernen

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