Feedback – Lichtblick für blinde Flecken

„Gib mir doch bitte Feedback“  – das hört man eher selten in Büros, eher ein „Da wäre dringend ein klares Feedback nötig“.  Feedback wird also gerne gegeben, um anderen mitzuteilen, wie man sie sieht. Die Chance aus Empfängersicht, die blinden Flecken in der Selbstwahrnehmung  zu erhellen und sich persönlich zu entwickeln, wird jedoch eher zögerlich genutzt.

Dabei ist Feedback eigentlich ein wirksames Instrument, vor allem wenn Kooperation wichtig ist und wenn Konflikte auftreten.  Mißverständnisse können ausgeräumt und Beziehungen geklärt werden, Vertrauen und Wir-Gefühl im Team gestärkt werden. Als Führungsinstrument eingesetzt, eignet sich aufgaben- und sachbezogenes Feedback, um Mitarbeiter zu motivieren und zu fördern.

Auch Führungskräfte selbst profitieren von einer konstruktiven Rückmeldung, wie sie als Persönlichkeit wahrgenommen werden und wie ihr Verhalten auf Mitarbeiter und Kollegen wirkt. Den eigenen Führungsstil kritisch zu hinterfragen, kann unternehmensweit durch die Einführung eines 360° Feedbacks gefördert werden, Führungskräfte dürfen aber auch selbst die Initiative ergreifen und um Feedback bitten.

Im Alltag ist es den Beteiligten jedoch oft unangenehm,  das Verhalten des Gegenübers ehrlich und deutlich anzusprechen. Damit die Differenz von Selbstbild und Fremdbild als hilfreich gesehen wird, sollten daher einige Regeln eingehalten und geübt werden.  Grundsätzlich gilt: Feedback ist ein Angebot und der Empfänger entscheidet, ob er es annimmt oder eben nicht! Und dann sind Wahrnehmung, Wirkung und Wunsch die Stichworte, anhand derer ein konstruktives Feedback gegeben wird.

Wer Feedback gibt, achtet darauf

– möglichst konkret, ohne Interpretationen und Bewertungen zu beschreiben, was er wahrnimmt und welche Wirkung dieses Verhalten auf ihn hat.
– konstruktiv zu sein und zu sagen, welches Verhalten aus der eigenen Sicht möglicherweise besser geeignet wäre, die gewünschte Wirkung zu erzielen.
–  auch positives Verhalten und nicht nur negative Punkte anzusprechen.  Wer allerdings nach der Sandwichmethode positives nur formal nennt und nicht ernst meint,  braucht sich über eine skeptische Reaktion nicht zu wundern.

Wer Feedback entgegennimmt, achtet darauf
–  aufmerksam zuzuhören und den anderen ausreden lassen.
– sich nicht zu rechtfertigen oder verteidigen. Es ist jedoch wichtig zu verstehen, was der andere meint  – daher gerne Verständnisfragen stellen.
– dankbar zu sein für Feedback, auch wenn es nicht in der perfekt formuliert wurde.

Damit wird Feedback für beide Beteiligten ein konstruktives und positives Gespräch.
Wenn allerdings ein Kritikgespräch angemessen ist, ist ein Kritikgespräch zu führen! Auch das sollte konstruktiv sein, aus dem Wunsch wird jedoch ein Anspruch und evt. eine Vorgabe.

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