Raus aus der Opferrolle!

Sie kennen das: der Kunde akzeptiert das Angebot nicht, Ihr Chef lehnt die Beförderung ab, der Kollege verabschiedet sich ins Wochenende obwohl die Projektplanung noch lange noch nicht abgeschlossen ist …. ärgerlich! Und schnell ist man dabei, auf den anderen zu schimpfen, ihm  fehlende Kompetenz vorzuwerfen oder negative Absichten zu unterstellen.

Der Vorteil dabei:  wir müssen uns nicht damit beschäftigen, was wir vielleicht  beigetragen haben, sondern können uns selbst weiterhin als kompetent und engagiert sehen. Zudem zieht Empörung und Jammern manche Menschen an, im besten Fall einen Retter, in jedem Fall andere Opfer und schon erhält das gekränkte  Selbst Bestätigung und man fühlt sich deutlich besser!

Der Nachteil ist: Wir legen unser Leben in die Hände von anderen und machen uns abhängig von den Entscheidungen und Handlungen anderer.  Natürlich können wir uns auch darüber beschweren… siehe oben.

Der Ausweg heißt: „Die Entscheidung liegt bei Dir“  wie Reinhard K. Sprenger formuliert. Statt auf andere zu zeigen, ist es meist wirkungsvoller selbst Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen.  Was genau stört mich, was kann ich an dieser Situation verändern, was kann ich anders machen, was sind meine Alternativen? Meist haben wir mehr Handlungsspielraum, als auf den ersten Blick ersichtlich ist. Es stärkt in jedenfalls das eigene Selbstbewußtsein und erhöht die Chance, die Situation für mich selbst passend zu gestalten.

Wenn sich das jetzt „leicht gesagt“ anhört, hier eine kleine Übung zum ausprobieren:
Denken Sie an eine Situation  in der Sie  das Gefühl haben, Sie können gar nicht anders reagieren. Stellen Sie sich nun vor, wie z.B. Ihr Kollege,  Ihr Chef oder ein Sportler reagieren würden. Setzen Sie sich auf seinen Stuhl und betrachten Sie eine konkrete Szene mit seinen Augen – was würde er sagen und tun? Probieren Sie einfach verschiedene „Besetzungen Ihrer Rolle“ aus, als wären Sie Regisseur und sollten die Szene möglichst erfolgreich inszenieren. Vermutlich ist es ganz spannend, verschiedene  Personen dabei zu beobachten, wie sie mit der Situation umgehen würden.  Ein paar gute  Anregungen sind sicherlich dabei. Und ja: die Welt kann man damit nicht ändern. Aber sich selbst und damit seine Welt schon!

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