Auf der Suche nach Orientierung – „Die Würde des Menschen“

 

VUCA steht als Kürzel dafür, wie volatil, unsicher, komplex und ambivalent wir unsere Umwelt wahrnehmen. Auch in Organisationen ertönt da schnell der  Ruf nach Orientierung – und trifft auf Führungskräfte, die sich damit überfordert fühlen und sich fragen, woher diese Orientierung kommen soll?

Der Neurobiologe Gerald Hüther bringt hier die „Würde des Menschen“ ins Spiel. Für ihn ist das eine schon früh verankerte Vorstellung, sich als Mensch wertvoll und angenommenen zu fühlen und sein Potenzial entfalten zu können.

Im eigenen Leben, aber auch in Organisationen kann diese eigene Würde als zuverlässiger Kompass für das Navigieren in komplexen Veränderungen dienen.

Ein inspirierender Beitrag, der zuhören und lesen lohnt!

Würde – Was uns stark macht

Warum Menschen langfristige Anliegen verfolgen müssen um ihr Potenzial zu erreichen

 

 

Authentisch sein! Und was heißt das?

Im Coaching höre ich immer wieder:  „das wäre sicher eine gute Lösung …, aber nicht mir, ich will mich auf keinen Fall verbiegen!“.

Ohne Frage ist es ratsam und zudem stabilisierend für das eigene Selbstbewußtsein,  zu sich selbst und dem, was einem wichtig ist, zu stehen. Das gilt selbstverständlich auch und gerade für Führungskräfte!  Führung, Orientierung geben, Entscheidungen treffen,  andere motivieren und überzeugen verlangt persönlichen  Einsatz und wirkt  auf der zwischenmenschlichen Ebene.  Nicht zuletzt entsteht Vertrauen, wenn jemand meint, was er sagt.

Die weit verbreitete aber etwas naive Idee, man sei authentisch, wenn man sich so gibt wie man ist, greift jedoch zu kurz. Was heißt denn „ wie man ist“?

Die meisten Menschen verfügen über ein breites Repertoire an Verhaltensweisen. Mit Freunden am Wochenende Pläne zu schmieden, ist etwas anderes, als mit Kollegen oder dem Chef über eine große Investition zu diskutieren. Beim Sport wird anders über Leistung und Fehler gesprochen als im Projektmeeting mit einem Kunden.

Was wir tun und sagen, hängt also nicht nur von unseren persönlichen Fähigkeiten und Zielen, sondern entscheidend eben auch von der Situation ab in der wir uns befinden.  Es macht einen Unterschied, ob jemand privat oder beruflich unterwegs ist – einfach weil es unterschiedliche  Rollen gibt. Und es ist durchaus klug, sein Verhalten den rollenspezifischen Erwartungen anzupassen. Wir alle agieren ohne darüber nachzudenken mehr oder weniger „situationsangemessen“.

Was es braucht, ist daher beides: die Situation aufmerksam wahrzunehmen und die eigene Persönlichkeit sicht- und spübar werden zu lassen.

Da ist Reflektion gut: sich selbst und die eigenen Werte zu kennen und zu hinterfragen. Lernen, die eigenen Verhaltensmuster zu verstehen und die Bandbreite der eigenen Möglichkeiten auszuschöpfen.

Wer erfolgreich sein will, darf und sollte also persönlich auftreten und authentisch handeln. Und er tut gut daran sich eine Bühne zu wählen, auf der seine besonderen Stärken gefragt sind und sich wirksam zu inszenieren.

So gelingt die Balance aus authentisch + situationsadäquat.
Coaching bietet für diese Selbstentwicklung einen geeigneten Raum.

Warum Kulturunterschiede irritieren

Kulturelle Erfahrungen prägen uns und wie wir die Welt sehen: wir wissen, wie wir uns verhalten sollten, was wahr und unwahr, richtig und falsch, schön und hässlich ist. Das bedeutet auch: konkrete Verhaltensweisen werden in unterschiedlichen Kulturen anders erklärt, wahrgenommen und bewertet.  Wir ordnen „automatisch“ dem was wir erleben „unsere vertraute“ Sinnhaftigkeit zu. Das ist meist ein hoch emotionaler Vorgang und fest verankert in unserem Selbstverständnis.

Begegnungen mit anderen Kulturen können uns da irritieren – ob wir das interessant, exotisch oder anstrengend finden, hängt vom Kontext und den Konsequenzen ab. Wer auf den Bus zum Strand wartet, nimmt das meist gelassener als eine gerissene Deadline für ein wichtiges Projekt!

Kulturunterschiede wahrzunehmen und die eigene Irritation konstruktiv zu nutzen ist eine Kompetenz, die wir jedoch wirksam nutzen können  – in unterschiedlichen Unternehmenskulturen wie in der globalen Zusammenarbeit. Dazu braucht es zum einen  kognitives Wissen über Kulturdimensionen  – „Gebrauchsanweisungen“.

Für einen gelassenen Umgang mit anderen Kulturen wichtiger ist die Fähigkeit, sich kulturelle Muster und die zugrundeliegenden emotionalen Bewertungen bewusst zu machen.

Beispielsweise können Diskussionen in einem deutsch-italienischen Team nach folgendem Muster verlaufen interpretiert werden:

Probieren Sie es doch einmal aus:

Wählen Sie ein konkretes Erlebnis aus einer Begegnung mit anderen Kulturen aus und überlegen Sie:

  1. Was genau habe ich gehört, gesehen ….?
  2. Warum sagt/ tut der andere das? Welches Gefühl löst das aus? Was irritiert mich dabei?
  3. Was genau erwarte ich in dieser Situation? Was ist mir wichtig dabei?  Worum geht´s mir?

    Die folgenden Fragen lassen sich leichter mit einem Gesprächspartner beantworten – wenn er aus einem anderen Kulturkreis stammt, umso besser:

  4. Welche seltsamen guten Gründe gibt es möglicherweise für das Verhalten des anderen?
    Worum geht´s dem anderen eigentlich, was ist wichtig für ihn?
  5. Um welche kulturellen Werte geht es dabei eigentlich?
  6. Welche positiven Verhaltensweisen verknüpfen wir mit beiden Werten?

Irritiert? Das ist ein guter Anfang um Kulturunterschiede gelassener zu erleben!

Innehalten und neu ausrichten

Zum Ende eines Jahres nutzen viele Menschen die Tage, um innezuhalten und Bilanz zu ziehen. Nicht nur als  Zuschauer die offiziellen und medialen Jahresrückblicke zu verfolgen, sondern selbstbewußt auch die eigenen Erlebnisse und Erfahrungen anzusehen:
Was habe ich im Lauf dieses Jahres erlebt und was waren die 5 Highlights? Welche Begegnungen mit anderen Menschen möchte ich nicht missen? Was waren meine wichtigsten Erkenntnisse in diesem Jahr?

Wer mag, kann für die wichtigsten Lebensbereiche aufzeichnen:
was ist gut gelaufen in diesem Jahr, was habe ich erreicht,
worauf darf ich stolz sein (+)
was ist (noch) nicht geschafft, wo habe ich Chancen verpasst (-)

Und als nächsten Schritt lohnt es, Antworten  zu finden auf die Fragen:
Wo stehe ich? Bin ich wirklich zufrieden? Habe ich die Prioritäten richtig gesetzt? Das verfolgt, was mir wirklich wichtig und wertvoll ist?
Wo will ich hin und welche Weichen möchte ich dafür im nächsten Jahr stellen? Auf welche Ressourcen kann ich dabei zurückgreifen und wo kann ich die notwendige Kraft schöpfen?

Gerade in unsicheren Zeiten und auch wenn wir niemals wissen, ob sich all unser Engagement in der Zukunft als lohnend erweisen wird, ist es umso wichtiger, sich an den eigenen Werten und Zielen auszurichten!

Achtsam sein

Das Konzept der Achtsamkeit, entwickelt von Jon Kabat-Zinn, hat sich im therapeutischen Bereich längst als wirksam erwiesen. Längst kommt kein Seminar zum Thema Stressmanagement noch ohne Übungen zur Achtsamkeit aus. Und Studien zeigen, daß Konzentration, Kreativität und die Problemlösungsfähigkeit  durch regelmäßige Meditation verbessert werden.

Wenn ich im Coaching über Achtsamkeit spreche oder im Workshop zu einer kleinen Übung einlade, sehe ich meist skeptische Gesichter. Ist das nicht zu esoterisch und irgendwie ganz weit weg davon, Probleme im Job in den Griff zu bekommen? Mit diesen anfänglichen Bedenken befinden sich meine Kunden in guter Gesellschaft, meint der Harvard Business Manager nach einer Umfrage unter knapp 700 Führungskräften. Das Interesse ist jedoch trotzdem groß und in vielen Unternehmen werden inzwischen erste – und gute Erfahrungen damit gesammelt.  lesen

Einfach ausprobieren empfehle ich, für den Einstieg eignen sich kleine Übungen, die nur wenig Zeit und Aufwand beanspruchen und sich leicht in den (Arbeits-)Alltag integrieren lassen. Eine gute Einführung und erste Anleitungen finden sich auf mind.org  oder wer mag, lädt sich eine App dafür aufs smartphone wie beispielsweise 7mind.de oder headspace.com.

Ich bin gespannt auf Ihre Erfahrungen!

Leidenschaftlich oder mit kühlem Kopf

Ob der Kollege leidenschaftlich für eine Entscheidung plädiert oder mit kühlem Kopf argumentiert, hängt nicht nur davon ab, wie er persönlich tickt. Auch unsere kulturelle Prägung entscheidet, welches Verhalten in Verhandlungen und Meetings angemessen erscheint. Spannend wird es, wenn emotional geführte Diskussionen mit einer kritischen Auseinandersetzung verwechselt und oder gar negativ bewertet werden. Emotionalität im Ausdruck und Konfrontation bzw. Konfliktvermeidung sind interkulturell betrachtet nämlich zwei unabhängige Dimensionen. Für erfolgreiche Verhandlungen ist es gut zu wissen, was der Gesprächspartner für angemessen hält und wie Vertrauen aufgebaut werden kann.

“Getting to Si, Ja, Oui, Hai, and Da” gibt einen lebendigen und hilfreichen Überblick über typische kulturelle Muster – interessant für alle, die mit Kollegen auf internationaler Ebene arbeiten.

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